Use Case · KI Studio

Datenanalyse & Reporting

Wenn das Bauchgefühl eine Zahl bekommt: Auswertungen mit eingebauter Qualitätsprüfung, über Systemgrenzen hinweg, beziffert statt beschrieben.

01 · Auftrag

Kein Datenproblem, ein Auswertungsproblem.

Die meisten Unternehmen haben kein Datenproblem, sondern ein Auswertungsproblem. Die Zahlen liegen vor: in der Ladestrecke, im Data Warehouse, beim Zahlungsdienstleister, im Werbekonto, im Ticketsystem, im ERP. Was fehlt, ist die Person, die sie zusammenzieht, sobald jemand eine Frage stellt.

Und weil diese Person immer ausgelastet ist, bleibt die Frage ungestellt. Man entscheidet nach Erfahrung. Meistens geht das gut. Manchmal ist die Erfahrung ein Jahr alt. Genau das, was zwischen den Datentöpfen liegt, bleibt unsichtbar.

Der Auftrag an uns: Ein Agenten-Team, das über Systemgrenzen hinweg liest, Zahlen prüft, bevor es sie auswertet, Zusammenhänge herstellt und Auffälligkeiten meldet, bevor sie in einen Bericht wandern. Im eigenen Betrieb arbeitet dieses Team seit Anfang 2025 an den eigenen Zahlen.

02 · Was das Team tut

Was das Team tut.

Zieht zusammen, was getrennt liegt

Auswertungsdatenbank, Zahlungsdienstleister, Werbekonten, Nutzungsdaten, Ticketsystem. Für den Agenten ist das eine Frage, nicht fünf Systeme. Der Wert entsteht selten in einem Topf allein, er entsteht dort, wo zwei Töpfe sich widersprechen.

Prüft die Zahlen, bevor es die Zahlen auswertet

Sind Sätze doppelt? Ist die Vergleichsbasis dieselbe? Ist die Stichprobe groß genug für die Aussage, die daraus werden soll? Ein großer Teil der Arbeit ist das Aussortieren von Auswertungen, die man besser nicht schreibt.

Meldet sich von selbst, aber erst, wenn die Zahl trägt

Läufe starten zeitgesteuert und unbeaufsichtigt. Der Unterschied zum Dashboard: Der Agent schweigt, solange die Stichprobe zu klein ist, und meldet sich genau einmal, sobald sie es nicht mehr ist. Ein Lauf hat bei uns drei Wochen lang jeden Morgen geprüft und geschwiegen. Als die Kohorte groß genug war, kam eine einzige Meldung, und der Lauf stellte sich selbst ab.

Beziffert statt zu beschreiben

Nicht „die Konversion ist gefallen“, sondern: um wie viel, bei welcher Gruppe, seit wann, und ob der Unterschied überhaupt groß genug ist, um darauf zu reagieren.

Schreibt auf, was es gelernt hat

Jede Eigenart der Daten, jeder Sonderfall, jede Falle in einer Tabelle wird als Regel hinterlegt und gilt ab dann für jede weitere Auswertung. Das ist der Teil, der nicht geht, wenn eine externe Beratung nach dem Projekt wieder abreist.

Erklärt, statt nur zu zeigen

Nicht nur die Zahl, sondern die Begründung, mit Verweis auf die zugrunde liegenden Daten und die Abfrage. Jede Kennzahl bleibt bis zur Quelle nachvollziehbar.

03 · Ablauf

Wie die Agenten arbeiten.

Die Agenten lesen dort, wo die Daten schon liegen, es entsteht kein weiteres Datensilo.

Schritt 01

Verbinden

Lesezugriff auf die relevanten Systeme: Auswertungsdatenbank, ERP, CRM, Zahlungsdienstleister, Werbekonten, Dateiablagen.

Schritt 02

Prüfen

Vollständigkeit, Dubletten, Vergleichsbasis und Stichprobengröße werden geprüft, bevor ausgewertet wird.

Schritt 03

Auswerten

Kennzahlen und Zusammenhänge entstehen über Systemgrenzen hinweg statt je Abteilung.

Schritt 04

Vorlegen

Befund mit Empfehlung, Abfrage und ausdrücklicher Markierung dessen, was die Daten nicht hergeben.

Diesen Prozess bei Ihnen aufsetzen? Gespräch anfragen →

04 · Aus der Praxis

Drei Fälle aus der eigenen Datenanalyse.

Ein Verknüpfungsfehler in der Ladestrecke, und alle Berichte waren still falsch.

Zwei Marken auf derselben Plattform, getrennte Auswertung von Umsatz und Kosten je Marke. In der Aggregationstabelle wurden die Kosten aber nicht der Marke des Kunden zugeordnet, sondern der Marke der Gegenseite. Nichts daran sah kaputt aus: Die Summen über alles stimmten, nur jede Aufteilung nach Marke war schief, in Dashboards, in Berichten, in jeder Auswertung. Der Agent fand es beim Nachrechnen einer ganz anderen Frage, verfolgte es bis in die Füll-Prozedur des Data Warehouse und legte offen, dass die Ursache eine bewusste Änderung mit guter Absicht war. Es ist die Klasse von Fehler, die nur auffällt, wenn jemand zwei Wege zur selben Zahl rechnet und die Differenz erklärt.

Ein einzelner Karteninhaber, Dutzende Rückbuchungen, und das eigene Regelwerk schwieg.

Der Zahlungsdienstleister meldete eine Betrugsquote, die den Verlust der Zahlungsroute bedeuten konnte. Der Agent zog die Meldung gegen die eigene Datenbank und fand: Sämtliche Betrugsmeldungen und Rückbuchungen stammten von einer einzigen Karte. Ohne diesen einen Kunden lag die Quote im Normalbereich. Er legte die Tageslinie offen und beantwortete die Frage, die zählt: Hätte man es vorher sehen können? Ja, eine einfache Geschwindigkeitsregel hätte am ersten Tag gestoppt. Er stellte außerdem fest, dass die Rückbuchungen im Berichtswesen gar nicht ankamen. Der Schaden wurde in Stufen beziffert, von realisiert bis Worst Case, statt eine einzelne Zahl zu behaupten.

Bezahlte Käufe, die nie in der Auswertung ankamen.

Über fünf Monate hinweg gab es Vorgänge, bei denen der Zahlungsdienstleister kassiert und ausgezahlt hatte, im eigenen Berichtswesen aber keine passende Transaktion existierte. Beide Systeme sahen für sich plausibel aus. Erst der zeilenweise Abgleich zeigte die Lücke. Kein Geldverlust, aber das Berichtswesen war still unvollständig, und jede daraus abgeleitete Kennzahl war es auch. Der Agent benannte die wahrscheinlichste Ursache, stufte es ausdrücklich als nicht dringend ein und formulierte zwei offene Prüffragen an die Fachbereiche, statt sie selbst zu beantworten. Ein solcher Abgleich läuft, einmal gebaut, bei jedem Durchgang mit.

05 · Ergebnis

Was sich dadurch ändert.

Reklamationen lassen sich auf eine Linie oder einen Lieferanten zurückführen, weil ERP, Qualitätsmanagement, CRM und Postfach gemeinsam betrachtet werden. Fragen, die vorher niemand stellen konnte, bekommen eine Zahl.

Die Qualitätsprüfung ist Teil der Auswertung und kein nachgelagerter Schritt, fehlerhafte Zahlen erreichen den Bericht gar nicht erst. Im eigenen Betrieb ist jede Auswertung seit Anfang 2025 mit Fragestellung, Abfrage und Befund nachlesbar.

  • Antworten auf Fragen, die vorher niemand stellen konnte.
  • Auffälligkeiten werden gemeldet, nicht erst beim Lesen entdeckt.
  • Jede Kennzahl bleibt bis zur Quelle nachvollziehbar.
  • Gelernte Regeln bleiben im Haus, auch nach dem Projekt.

06 · Wer entscheidet was

Wer entscheidet was.

Frage stellen → Daten prüfen → auswerten → gegenprüfen → beziffern → Befund mit Empfehlung vorlegen → bewerten → entscheiden → umsetzen → Wirkung nachmessen

Bewerten und entscheiden liegt beim Menschen. Der Agent liefert die Entscheidungsvorlage, nicht die Entscheidung, und markiert ausdrücklich, was seine Daten nicht hergeben, statt die Lücke zu überspielen.

Dass diese Aufteilung hält, ist über die vergebenen Rechte gesetzt: Der Zugang zur Datenbank ist lesend. Ein Analyse-Agent, der Daten verändern kann, ist kein Analyse-Agent. Jede Aktion landet mit Zeitstempel im Aktivitätsprotokoll, jede Auswertung wird mit ihrer Abfrage abgelegt. Das ist die Prüfspur, an der ein Ergebnis jederzeit nachvollzogen oder widerlegt werden kann.

07 · Systeme und Rechtestufen

Systeme und Rechtestufen.

Beispielhaft der Zuschnitt aus dem eigenen Betrieb. Bei Ihnen tritt an jede Stelle Ihr entsprechendes System.

SystemWofürRechtestufe
Data Warehouse / Auswertungs-DBKennzahlen, Umsatz, Kosten, Kohortennur lesen
ZahlungsdienstleisterAbgleich von Umsatz, Auszahlungen, Rückbuchungennur lesen
WerbekontenKosten und Konversion je Kanal und Kampagnenur lesen
ERP, CRM, QualitätsmanagementAufträge, Kunden, Reklamationennur lesen
TicketsystemBefunde als Ticket, zugewiesen und verlinktlesen · Tickets und Kommentare schreiben
Chat / MessengerBerichte und Meldungenlesen · senden nur in freigegebenen Kanälen, sonst Entwurf zur Freigabe

08 · Grenzen

Was Sie dafür brauchen, und was nicht.

Nicht nötig: ein neues Data Warehouse, ein Werkzeugwechsel, ein Datenmodell-Projekt. Der Agent arbeitet lesend auf Ihrer bestehenden Datenhaltung, egal ob die Ladestrecke von einem Werkzeug oder von Hand gebaut ist. Ihre Auswertungsoberfläche bleibt, wo sie ist. Der Agent ersetzt sie nicht, er beantwortet die Fragen, für die sie nicht gebaut wurde.

Nötig: Lesezugriff auf die relevanten Datenquellen, jemanden auf Ihrer Seite, der die Fachlogik kennt und gegenlesen kann, und die Bereitschaft, die ersten Befunde ernsthaft zu prüfen statt sie durchzuwinken. Der Aufwand auf Ihrer Seite ist gering, aber er ist nicht null.

Zur Vertraulichkeit: Für eine Auswertung sind Kennzahlen, Kohorten und Aggregate nötig, keine personenbezogenen Daten. Ein Pilot lässt sich auf vollständig anonymisierten Daten aufsetzen. Wo ein Fall doch auf Einzelsätze führt, genügt eine interne Kennung ohne Personenbezug.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu diesem Use Case.

Brauchen wir dafür ein Data Warehouse?

Nein. Der Agent arbeitet lesend auf dem, was steht: Datenbank, Exporte, Zahlungsdienstleister, Werbekonten, Tabellen. Ein neues Datenmodell-Projekt ist keine Voraussetzung.

Wie verhindern Sie, dass der Agent falsche Zahlen liefert?

Durch Prüfung vor der Auswertung (Dubletten, Vergleichsbasis, Stichprobengröße), durch Gegenprüfung jedes Ergebnisses durch eine eigene Instanz und durch die Prüfspur: Jede Auswertung wird mit ihrer Abfrage abgelegt und lässt sich nachrechnen.

Sind personenbezogene Daten nötig?

In der Regel nicht. Kennzahlen, Kohorten und Aggregate reichen. Ein Pilot lässt sich auf anonymisierten Daten aufsetzen, Einzelfälle laufen über interne Kennungen ohne Personenbezug.

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